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"Jürgen D. lebt im Winterhalbjahr in einem einfachen Hotel in der Innenstadt Kathmandus, wo er (zum doppelten Zimmerpreis) ein großes Zimmer mit Dachterasse angemietet hat. Dafür dürfen aber auch Tag für Tag viele, viele Kinder zu ihm kommen, hier spielen, duschen, schlafen usw. usw."
Elf Tage auf den Straßen Kathmandus - Bernward auf den Spuren der Straßenkinder in Kathmandu / Nepal
Lange war meine Tour nach Kathmandu geplant und dann dies: Ausgerechnet am Vorabend meines Abflugs begann der Krieg in Afghanistan und damit eine ungewisse Situation auf meiner Flugroute über den Persischen Golf. Also morgens nochmals ins Reisebüro, ob überhaupt Flüge in die Richtung gehen, dann schnell mein Gepäck gepackt und ab zum Düsseldorfer Flughafen, wo das Bodenpersonal der KLM (wenn auch mit unwirschem Blick) meine 20 kg Übergepäck (Teddybären, Kinderkleidung und Medikamente von vielen unserer Lausbubenkinder und -eltern), gottseidank, gebührenfrei akzeptierten! Glück gehabt!
18 Stunden später landet die Boeing 757, nach langer Nacht auf dem ungemütlichen Flughafen von Dubai, in Kathmandu. Lange Schlangen an den Visaschaltern und dann bin ich plötzlich wieder mitten drin im asiati-schen Gewühle: Kaum aus dem Flughafengebäude getreten, stürzen sich Heerscharen von Männern und Kindern auf meine fünf Gepäckstücke, um sie in irgendwelchen Autos zu verstauen, da hilft mir nur ein freundliches, aber bestimmtes "Stop!!!", um noch Herr der Lage zu bleiben. Minuten später in irgend-einem Taxi Marke "Datsun, Baujahr 1978 o.ä.", ohne Außenspiegel, ohne Sicherheitsgurt, ohne Taxameter, Türen nur von außen zu öffnen, dafür aber mit einer ohrenbetäubenden Hupe, ins Kathmanduer Straßengewühl.